Kalifornien - Alaska - Teil 1

California - Alaska

Klettern, Paddeln, ... und dann basteln wir uns eine Blockhütte

6 Monate aussteigen, von Los Angeles nach Anchorage zuckeln, klettern an den Granithugeln des Yosemite, Landschaft bestaunen, Kanu kaufen und paddeln, last not least in Kanada oder Alaska eine kleine Blockhütte basteln und eine Weile in der Wildnis hausen - das war so ungefähr der Ausgangspunkt, als Susanne und ich Anfang April 87 in den Flieger stiegen. Die Jobs waren gekündigt, das Rückreisedatum nicht festgelegt.

 

Los Angeles / Joshua Tree National Monument

Nach 3 Tagen "Abenteuer Autokauf" ruckeln wir in einem 68er VW-Bus auf die Highway gen Osten. Joshua Tree National Monument heißt das Ziel, an dem eine Woche "Einleben" und Klettern an Wüstengranit angesagt ist. Nach 45 Minuten kommt uns allerdings eine einsam auf der Spur liegende Motorhaube in die Quere und die nächsten 2 Tage verbringen wir auf dem Gelände einer Werkstatt - Zylinderkopf, Reifen, Auspuff und einige Kleinigkeiten sind einfach aufgeschlitzt worden.  

April ist die ideale Jahreszeit für´s "Josh". Die Kaktusse blühen, angenehme Temperaturen. Im Legoland für Kletterer finden sich hunderte interessanter Steinklötze zum Photographieren und Betasten. Wir treffen die "Bayern": Klaus und Schorsch" überführen" einen VW-Bus von A nach B und dazwischen drin dürfen Sie mit dem Auto fahren wohin sie wollen, solange das Auto am Ende in B steht.

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Yosemite National Park

Zuhause haben wir ein Treffen mit Micha ausgemacht. Und tatsächlich, wir sind kaum einen halben Tag im Camp 4 (der übliche Zeltplatz für Kletterer) sehen wir sein Profil durch die Abenddämmerung wandern - sieht seltsam aus, ein Rucksack hinten, einer vorne, aber er ist es. Abends gibt es im Camp Lagerfeuer, an denen sich die Climber zum schwatzen treffen. Klaus und Schorsch, die wir schon im Josh getroffen haben, Christian und Wolfi und, und, und - Camp 4 ist richtig nett, bis auf die Ranger. Die verhaften mal den einen, dann gibt's Ärger, weil wir mal beim Übernachten im VW-Bus erwischt werden (auch wenn das Zelt auf dem Platz steht, darf nicht im Auto geratzt werden) - Klaus nebenan bleibt trotz heftigem Gerüttel an seinem Bus still liegen, denn seine Fenster sind absolut dicht und die Ranger können nicht wirklich wissen ob einer drin liegt. Christian und Wolfi fahren mit uns auf den Glacier Point, Sonnenuntergang am Halfdome bewundern, vorher halten wir noch an den Arches, wo Wolfi in 10 m Höhe mit Werkzeug an zurückgelassenen Friend (teueres Sicherungsmittel) rumfummelt, der partout nicht aus einem Riss herauswollte.

Mit Susanne klettere ich die Royal Arches (ca. 17 SL, 5.7). Als Flachlandclimber ist das für uns eine echt große Sache. Erst mal gilt es einen engen Kamin hochzuscheuern, dann 2 Seillängen gemütliches Gehen. Dann führt mich mein unterentwickelter Instinkt in eine sicherungslose Platte.  Micha und Jörg, ein angehender Arzt aus Augsburg, überholen uns derweil in einem hinreißend einfachen, schönen Riss. Dann kommt die bekannte Stelle mit dem Pendelquergang. Susanne darf zuerst ran. Am Seil hängend läuft sie an der Wand lang und versucht einige Meter weiter links den rettenden Griff zu erreichen. Ich kommentiere derweil ihre diversen Versuche, was sie allerdings nicht unbedingt freundlich stimmt. Für mich geht es einfacher – lange Arme, lange Beine.

Weiter geht es wandermäßig auf einem kleinen Bändchen mit Superausblick ins Tal, dann irgendwie geradewegs nach oben und zum Schluss wartet eine schräge, nicht absicherbare 40-Meter Platte auf uns. Der untere Plattenrand sieht für uns "schanzenartig" aus, soll heißen, wenn man 40 Meter ausgeht und dann dummerweise ausrutscht, schanzt man mit noch rund 30 Meter Schlappseil über die Kante – wohl bekomm´s. Ich lasse Susanne den Vortritt und bin froh, als sie drüben ankommt. Der Blick von oben auf den senkrechten Abbruch des Halfdome gegenüber ist dann Balsam für die Nerven. Nur der ewige und steile Abstieg nagt noch einmal an der Psyche, dann sind wir wieder bei Hamburger, Beer, Lagerfeuer und Camp IV – Tratsch (... der Österreicher, der immer und überall schnorrte, ...  ja der wo zum ElCap wollte und seit 4 Tagen gesucht wird, ... ja   d e r ,   der ist wieder da ... hat wieder meine Plätzchen geschnorrt ... mit einem Mädchen ... ihr braucht also nicht mehr am Wandfuß nach Teilen ausschau halten).

Mit Micha gehen wir zur SnakeDike, einer tollen Quarzader, die mitten über den steilen, runden Buckel der Halfdome-Westseite führt. Ein langer Marsch ist das. Erst abends sind wir vollbepackt am Beginn der Route. Super Licht, herrliche Kletterei, aber es wird bald dunkel und wir seilen wieder ab. Am nächsten Morgen geht das Trinkwasser zur Neige – wir (äh, also ich) hatten den Wasserbeutel nicht richtig gefüllt. Wir müssen wieder absteigen zum Fluss. Dort haben wir zwar wieder Wasser, aber kein Essen mehr – schade, denn vom Tal aus noch mal da hoch latschen werden wir sicher nicht mehr.

Zum Abschluss der 2 Yosemite-Wochen geht es noch hinauf zu den Tuolomne Meadows. Der Pass wurde gerade erst geöffnet. Herrliche Landschaft. Das Great White Book ist eine wunderschöne Kletterei (5.6). Frei nach einem Bild in Reinhard Karls Buch Yosemite, bei dem der Vorsteiger über den Verschneidungsrand und auf einer Platte weiterklettert, denke ich mir: so geht eben die Route. Auf der Platte irre ich dann auf der Suche nach Haken umher, aber ich finde keine. Zurück geht es nun allerdings nicht mehr so locker – Schluss mit Lustig: am oberen Verschneidungsrand stehend, bleibt schließlich nur ein Sprung in die 1,5 Meter tiefer liegende Verschneidung und anschließendes schnelles Verkeilen darin. Das gibt reichlich Adrenalin. Am Ausstieg setzt dann ein Gewitter ein - noch mal Glück gehabt.

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Wir fahren weiter über den Monolake, die Salzwüste, Salt Lake City und zum Yellowstone National Park. Micha bleibt zurück und macht sich an den John Muir Trail.

 

Auf dem Weg in den Norden

Da gäbe es auch einiges zu erzählen, aber wohin mit dem Text:

VW-Bus: Reparaturen und Flickschusterei, dauernd bricht was ab, geht aus dem Leim, einmal überholt uns das Hinterrad, weil ein Splint fehlte - ne mühsame Aktion, all die Bremstrommelteile wieder einzusammeln.

 

Yellowstone

Es schneit und der Scheibenwischer ist tot, kalt ist es auch. Der Anfang ist nicht so toll, dafür sehen wir gleich unseren ersten Schwarzbären. Dann laufen wir über die Mammoth-Terrace, den weiß-gelb-grün gefärbten Sinterterrassen und sind wie high. Nebel, Dampf und irgendwo muss wohl einer ´ne Tonne faule Eier verloren haben. Aber die Stimmung ist fantastisch. Eine Rundfahrt bringt uns an die Highlights im Park: Yellowstone Canyon, die Geysir-Basins, natürlich die große Touristenshow am ..Geysir. Eine Wahnsinns-Farbenpracht, Herden von Bisons und Wapiti-Hirschen, faule Murmeltiere. In Cody (kleiner Tagesausflug wegen Autoersatzteil) kaufen wir eine Fliegenangel. Das Ding ist der Hit. In einem verträumten Waldbächlein, das in den großen Yellowstone-Lake mündet, hänge ich die erste Kunstfliege rein und schon zieht die Schnur ab – der Fisch ist schlauer als ich und spukt den Köder schnell wieder aus. Ich gebe das neue Angelgerät Susanne und will im Auto noch unsere normale Teleskopangel holen, da höre ich schon einen typischen Susanneschrei – Fisch, Fisch, da, zappelt ... Tatsächlich liegt eine große Cutthroat-Forelle im Gras neben dem Bach, die Fliege hat sie schon wieder ausgespukt. Am Abend gibt es für jeden Forelle satt.

 

Smith Rocks – Oregon

Über die Craters of the Moon (schöne schwarze Lavahügel) peilen wir die Kletterfelsen der Smith Rocks an, die gerade State of the Art sind. Kaum Angekommen sehen wir schon die ersten vertrauten Gesichter aus dem Yosemite: der Christian und der Wolfi, Klaus und Schorsch, die immer noch ihren VW-Bus "überführen". Sogar einige Sportkletterikonen sind hier, wie der Glowacz und der Wiesmeier Uli, der Mariacher mit seiner Luisa, Todd Skinner ( 2006) verkauft T-Shirts und Hosen – so ein Kletterer muss ja auch von was leben.

Link-Tipp: www.christian-rennt.de Christian läuft heutzutage Ultra Marathons (Yukon Arctic Ultra ...) für gute Zwecke - wer das unterstützen möchte, sollte mal auf seine Seite schauen.

Es wird also wieder lustig zwischen den aufgereihten VW-Bullies. Der Wolfi kriegt im Kreis der Klettergrößen einen knallartigen Motivationsschub und klettert bald seine erste 5.12 und ansonsten packt er sich den Rucksack voll Steine und powert sich an Roten aus. Der Glowacz will die aktuelle amerikanische Spitzenroute "To bolt or not to be" machen und übt fleißig die Grifffolgen. Dann kommt eine Hitzewelle und aus ist es mit dem Versuch. Eis essen und "All you can eat" ist jetzt angesagt, nur Wolfi packt immer noch Steine in den Rucksack.

 

Richtung Kanada

Wir fahren zum Pazifik und besuchen Karl und Olga, Verwandte, die wir noch nie gesehen haben, nur kurz angerufen, das wir unseren Fahrzeugschein (in USA braucht das 2 Monate, bis das Papier ausgestellt und zugesandt wird) an ihre Adresse schicken lassen. Etwas beklommen klingeln wir an ihrer Tür. Dann ertönt in breitem schwäbisch eine Stimme: "hän ers doch noch packt". Ja, bei Karl und Olga sind wir gut aufgehoben. Der Fahrzeugschein ist noch nicht da, aber Olga hängt sich ans Telefon und klärt die Sache. Sie wird uns den Wisch nachsenden (General delivery), sobald er eintrifft.

In Portland erstehen wir ein gebrauchtes Old Town-Kanu für 300$. Über Vancouver, wo wir wieder ein Date mit reisender Verwandtschaft haben, geht es über Hope und den Fraser River nordwärts, mit einigen kleinen Schraubeinlagen am Auto. In Williams Lake bleiben wir erst mal einige Tage hängen, denn unser Bulli braucht einen neuen Starter und einige Kleinigkeiten – langsam geht uns das auf die Nerven. Die VW-Werkstatt gehört einem Deutschen aus dem Hohenlohischen, der bei Hahn gelernt hat. Die Gegend bietet herrliche Seen mit einfache/einsame Recreation-Areas, so dass sich die Wartezeit für die bestellten Teile recht interessant gestaltet: Angeln, das Kanu einweihen, Tiere beobachten.

Goldwaschzirkus in Barkerville (wird noch als Link eingefügt)

Prince George: zwei Tage Gemütlichkeit bei Fred, einem Raftingveranstalter, und Griz, seinem Hund (wird noch als Link eingefügt)

Fort St. James: eine spezielle amerikanische Art von Museum (wird noch als Link eingefügt)

 

Kitimat River - die erste und letzte Flussfahrt: Goodbye Old Town Canoe

Am großen Skeena-River entlang fahren wir nach Terrace und biegen zum Kitimat River ab, einem leichten Wildwanderfluss der Schwierigkeit II. Am Skeena steigen die Lachse und hunderte von Anglern säumen die Ufer und tragen riesige Fische über den Kiesstrand. Super Landschaft mit Schneebergen. Am Flussufer laden wir Kanu und Ausrüstung für diese erste "2-Tages-Testfahrt" ab und ich fahre den VW nach Kitimat, wo wir die Tour beenden wollen. Per Anhalter geht es dann zurück zur Einsatzstelle. Mein "Chauffeur" erzählt mir von den Gefahren des Paddelns. Vor 2 Wochen ertrank ein Freund seines Sohnes auf einem See. Der konnte nicht gut schwimmen, kenterte, hatte keine Rettungsweste und das kalte Wasser tat ein übriges. Wir sollen auf die Logjams aufpassen, das sind zu einem Mikadohaufen angeschwemmte Holz- und Baumverhaue, die seien sehr gefährlich.

Na ja, der Fluss sieht erst mal gut und unschwierig aus, bis auf die Wasserführung, die ist reichlich, aufgrund des Regens in der letzten Zeit.

Jetzt wird alles ins Kanu gepackt: Fjällräven Pyramidenzelt, Kocher, Liegematten, Schlafsäcke, Angel, Axt, , Ersatzkleider, Essen, Photoausrüstung und natürlich unser psychologisches Mittel gegen Bärenangst, ein Jagdbogen mit entsprechenden Pfeilen. Ein Mann in einem kleinen Schlauchboot rudert an uns vorbei – er winkt uns zu. Muss wirklich ein gemütlicher Bach sein. Wir legen ab und 100m weiter schaukeln wir schon durch die ersten Einmeterwellen. Wasser schwappt ins Boot, aber es macht einen Mordsspaß. Die Paddelei ist schön, ab und an müssen wir Sweepers - ins Wasser ragenden Baumstämmen - ausweichen, an einigen Stellen gibt es brodelnde Wasserpilze und Strudel, aber es läuft alles gut und weil der Fluss nicht sehr lang ist, machen wir bald Schluss und bauen das Zelt auf einer Kiesbank auf. Erst mal Bärenspuren suchen und den Psychobogen bereit legen, dann kommt die Angel raus und auf dem Fluss paddelt unser Schlauchbootmann wieder an uns vorbei. Mit Petri Heil wird es nichts, dafür gibt es Thunfisch aus der Dose und Schokopudding zum Nachtisch. Ein kleines Feuer sorgt für die richtige Wildnisstimmung und die Abenddämmerung schreit nach dem Photoapparat.

Der nächste Morgen. Alles wieder einpacken und los geht es. Bald teilt sich der Fluss in verschiedene Strömungskanäle auf. Rechts sieht das Wasser sehr flach aus, die Steine werden gerade so überspült. Also fahren wir links in einen schmalen Kanal. Und kaum sehen wir um die Ecke sehen wir auch schon einen gefährlichen Logjam, der den Kanal fast vollständig absperrt. Der größte Teil des Wassers verschwindet einfach darunter, nur ein Bruchteil fließt rechts, durch einen abgewinkelten Durchbruch. Panik steigt auf. Da dürfen wir auf keinen Fall reinkommen. Wir paddeln wie wild und erreichen das rechte Inselufer gerade noch rechtzeitig – das war knapp, die Nerven flattern. Wir schauen uns an, mit welcher Wucht das Wasser unter den vielen Ast und Stammstücken verschwindet. Das Adrenalin läuft uns fast schon aus den Ohren wieder raus. Dann schauen wir uns die weiteren Möglichkeiten an. Wir könnten das Kanu über einen Riesenhaufen Holz tragen und weiter Stromab wieder einsetzen. Aber das sieht nach Schwerstarbeit aus. Der 3 Meter breite Durchbruch zwischen Logjam und unserer Insel strömt kräftig im rechten Winkel auf das Inselufer zu, das auch weiter stromab mit zahlreichen Holzbarrieren gesäumt ist. Irgendwie denken wir, das es gehen müsste die 3 Meter mit starker Strömung zu durchqueren, dahinter ist ruhiges Wasser. Doch da unterschätzen wir den Wasserdruck gewaltig. Kaum in die Strömung eingefahren treiben wir schnell auf einen Sweeper zu, der von der Insel hereinragt. Keine Chance, die Strömung so schnell zu durchqueren. Ruckzuck werden wir gegen den waagerecht über dem Wasser hängenden Stamm gedrückt und ich rufe Susanne zu, sie soll sich am Baum festhalten, der gerade so tief hängt, dass das Kanu drunter durchpasst. Und schon umarmen wir beide den Baum, die Füße im Kanu, das unter uns durchgedrückt wird. Susanne kommt mit dem Kopf unter Wasser und lässt das Kanu sausen. Die Füße wickelt sie um den Baum und hängt da wie ein Faultier. Ich halte das Kanu mit dem Fuß und dadurch läut es voll Wasser. Ich lasse es los, damit es nicht untergeht und sehe noch zu wie es halb auf Tauchstation flussabwärts treibt. Und nun? Ich versuche aus der Faultierposition auf den Baum zu kommen, aber das klappt nicht, da hilft mir meine Sportklettererfahrung auch nicht. Dann sehe ich weiter uferwärts am Baum einen abstehenden Ast und hangle dorthin. Den Nacken auf den Ast gestützt gelingt der Kraftakt und ich sitze oben auf dem Stamm. Susanne hängt noch draußen – ihr geht langsam die Kraft aus, aber loslassen wäre nicht gut, denn die Strömung läuft direkt an den zahlreichen Ast und Baumverhauen am Ufer entlang. Ich robbe also den Baum hinaus und halte ihre Hände zusammen, damit sie nicht reinfällt, dann robben wir gemeinsam bis zu Astgabel und endlich ist die Situation wieder etwas unter Kontrolle. Dann geht es über die Insel Flussabwärts. Das Kanu ist leider nirgends zu sehen. Blöd, so mitten auf einer Insel ohne Kanu. Es dauert eine Weile bis wir realisieren, dass wir um eine Schwimmeinlage nicht herumkommen. Mit Stützstöcken waten wir  in die Strömung, stützen uns gegenseitig, aber bald ist die Strömung zu stark und wir schwimmen. Geht aber ganz gut.

Die Kanusuche bleibt erfolglos. Durch kleinere Wasserarme, Sumpf und Wald marschieren wir zur Straße und warten ziemlich zerfleddert auf einen Lift nach Kitimat.

Auf dem Campingplatz in Kitimat setzen wir uns an den Strand und warten, das unser Kanu vielleicht noch vorbeitreibt, aber außer den Resten eines anderen Kanus im Treibholz stromab sehen wir nichts. Am Abend unterhält sich Susanne mit anderen Paddlern, die nach uns den Fluss heruntergefahren sind, aber auch die haben kein Kanu gesehen. Uli (seltsamer Name für einen Kanadier) erbarmt sich und will morgen mit mir den Fluss nochmal abfahren und unser Kanu suchen.

Uli´s Frau Ida fährt uns über einen Schotterweg an eine verfallene alte Brücke, wo wir sein Coleman-Kanu einsetzen. Bald legen wir an der Insel an und suchen nach Ausrüstung. Nichts. Weiter flussab paddeln wir in einem ruhigen Flusskanal ein Stück flussauf und finden unsere wasserdichte Plastiktonne. Die Verbindungsreepschnur zum Kanu ist gerissen, der Deckel halb aufgedreht, so dass die Tonne voll Wasser ist. Neben Ersatzkleidung sind die zwei Fotoapparate drin. Mehr finden wir dann allerdings auf der Strecke bis Kitimat nicht mehr.

Wir laden Uli und Ida zum Essen ein und am nächsten Tag nehmen die beiden uns in die Papierfabrik mit, in der Uli arbeitet: sehr interessant aber tierisch laut und nicht gerade geruchsarm.

In Prince Ruppert gehen wertvolle Dollars für neue Schlafsäcke und weiteren Kleinkram drauf. Auf Zelt und Kanu müssen wir erst mal verzichten. Erst am Teslin River im Yukon können wir ein zerbeultes Alukanu für 150 c$ erstehen und in Whitehorse kaufen wir ein billiges Zelt in Kaufhausqualität (80 $c).

Goldwaschen am McQuesten-River (wird später verlinkt)

Dawson City (wird später verlinkt)

Jugendtraum Blockhütte – Abenteuer für Warmduscher Weiter mit Teil 2